Wenn Jesus sagt: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Joh. 8,12, Luther-Übersetzung) - wie kann ich das dann lernen, dieses Nachfolgen?

John Mark Comer hat darauf in seinem Buch "Practicing The Way" eine ganz einfache Antwort: "Nachfolgen" hieß zu Jesu Zeiten ganz einfach, bei einem Rabbi in die Lehre zu gehen. Und zwar, in dem man

  • bei dieser Person war
  • tat, was sie tat
  • nach und nach wurde wie sie

Als Jesus sagte: „Folge mir nach“, meinte er also mehr als eine religiöse Entscheidung wie "Okay, ich will mitmachen. Ich lasse mich taufen und gehöre ab heute dazu." Er macht das mit dem Weinstock-Gleichnis deutlich:

Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Zweige, die dadran sind. Wenn ihr eng bei mir bleibt und ich auch bei euch bleibe, dann werden viele gute Sachen dadraus wachsen, gute Früchte. Wenn ihr aber von mir getrennt seid, dann geht gar nichts mehr.

  • Jh 15,5 (Volxbibel-Übersetzung)

Ihr eng bei mir und ich auch bei euch

Je länger ich mich mit diesen Gedanken beschäftige und Leute darüber sprechen höre, habe ich den Eindruck, dass dieses "bei mir bleiben" etwas ist, was von mir Handlung erfordert. Ich kann es noch nicht ganz greifen, wie das heute funktioniert.

Es geht für mich bisher darum, mich weniger ablenken zu lassen (von Netflix, von Sorgen um irgendwas, von den ständigen Management-Gedanken in meinem Kopf...). Und wenn ich dann langsam mehr zur Ruhe komme, also achtsamer werde und langsamer... mich dann einzulassen auf einen ganz alltäglichen inneren Dialog mit Jesus, der "mit mir geht", wie es eins meiner liebsten Lieder aus der Vorkonfirmandenzeit ausgedrückt hat.

Das kann bedeuten, dass ich ihn um seine Meinung frage. Oder ihn bitte, mir in dem schwierigen Gespräch zu den richtigen Worten zu verhelfen. Oder immer wieder zu sagen: Ich vertraue dir.

Ich vertraue dir.

Das brauche ich gerade am meisten. Nichts hilft mir gegen meine innere Unruhe, gegen mein nicht-Genug-Gefühl und gegen meine Orientierungslosigkeit so sehr wie mich ganz bewusst auf mein Vertrauen auf Jesus und Gott einzulassen. Ausatmen. "Ich vertraue dir."

Quellen

  • John Mark Comer: "Practicing The Way" (Buch und Online-Kurs)
  • John Mark Comer: "Das Ende der Rastlosigkeit" (Buch)
  • Hanns Köbler: "Ich möcht, dass einer mit mir geht" (Evangelisches Gesangbuch EG 209)